Meine Tiere

Meine Tiere

Als erstes ist da der Gauner – und ja, so heißt er wirklich. Weil er ein kleines Schlitzohr ist, und das fand ich immer gut an ihm. Er hat seinen eigenen Kopf, ist darüber hinaus äußerst schlau, sehr treu, und früher war er auch sehr agil. Mittlerweile ist er fast 16 Jahre alt.

Mit ihm fing alles an. Anfangs war es alles andere als einfach. Aber dann fand ich Cesar Millan. Ich lernte, wie Hunde so sind, worauf sie reagieren, und was ich ändern muss, damit das nicht mehr so stressig ist, wie es am Anfang war. Damals hatte ich nur einen Hund, war aber teilweise so fertig, dass ich mit dem Gedanken gekämpft hatte, Gauner ins Tierheim zu bringen. Aber dann verstand ich immer mehr und besser.

Dadurch hatten wir dann auch gute Begegnungen, und sie wurden immer mehr. Vielleicht wurde ich etwas süchtig danach, weil ich jetzt eine Lösung hatte, wie ich es schaffen konnte, dass es gut laufen kann.

Dann wollte ein Bekannter sich einen Hund holen, und ich wollte ihm helfen. Ich glaube, er hatte die Hündin ausgesucht. Wir fuhren gemeinsam hin, und ich schlug ihm vor, dass sie erstmal bei mir bleiben kann.

Naja, was soll ich sagen: Diese Hündin stellte sich als etwas ganz Besonderes heraus. Wie sie Gauner immer beobachtete, war so schön zu sehen. Gauner war damals auch schon ein mutiger Kerl, so fähig. Diese Hündin verliebte sich in unseren Gauner. Ich sagte dem Freund, dass sie bei uns bleibt, aber ich ihm weiterhin helfe bei der Suche. Er war einverstanden – vor allem, weil auch er gesehen hat, wie gut Gauner und sie zusammenpassten.

Tja, und dann kam die Zeit, in der sie einen Namen bekam. Weil sie anfangs wirklich böse geschaut hat und ihr Leben lang alles kontrollierte, nannte ich sie Stasi. Und wie sie nun mal war, hatte sie den Gauner überzeugt, sie gut zu finden.

Kurz darauf war Stasis erste Geburt: acht Welpen, alle schwarz wie der Gauner, aber alle waren gebaut wie die Stasi. So haben beide ihre Besonderheiten in den Welpen ein Zuhause gefunden.

Danach kam Schnappi. Sie war fünf Jahre alt, aber starb schon mit sieben Jahren, weil sie vermutlich Epilepsie hatte – wir wussten es leider nicht. Sie hätte Medikamente bekommen müssen, aber wir wussten das leider nicht. Aber auch sie blühte richtig auf bei uns. Stasi und sie verstanden sich richtig gut.

Jetzt hatte ich schon drei Hunde – und einen Welpen behalten: Fidel Castro. (Vier Hunde.) Bei uns hörte dieser störrische Charakter sehr gut auf.

Zwischendurch sind wir ein paar Mal umgezogen, immer mit den Tieren im Schlepptau – in guten wie in schlechten Zeiten, wie man so schön sagt.

Dann kam Pandora zu uns – eine bildschöne Hündin und so lieb, das kann ich selbst kaum glauben. Sie ist wirklich etwas Besonderes. Ich habe ja schon viele Hunde kennengelernt, aber Dora, wie sie oft genannt wird, ist so lieb. Und das war sie auch schon vorher. Nur als sie zu uns kam, hat sie wirklich lange gebraucht, um anzukommen. Es machte bei ihr den Anschein, als wäre sie selbst ein anderes Rudel. Aber mit der Zeit mochte sie es bei uns. Sie fragte mich quasi auch, ob wir Katzen holen können. Wie fragt man sich jetzt? Nun ja, schwer zu beschreiben, aber ich habe einfach gesehen, dass sie immer lieb war mit Katzen – interessiert, aber nicht zu extrem.

Nach Stasis Tod – oder Mord, wie ich es nenne – war unser Rudel so lange in Trauer. Gauner vermisst seine Stasi noch heute. Wie sie ihn immer am Schwanz festhielt, damit er nicht dem Spielzeug hinterläuft, sondern sich ihr zuwendet – diese zwei zu sehen, war wirklich sehr schön. Wäre Stasi nicht so ungerecht aus unserem Leben genommen worden, dann wäre das heute keine so große Narbe mehr.

Nun gut, ohne Stasi ist die Welt eine andere. Zumindest für mich etwas grauer, etwas tauber, leiser, langweiliger – aber mit Sicherheit weniger reich an Liebe.

Ich musste beschließen, nicht aufzuhören. Mein Rudel nicht aufzugeben.

Ich entschied mich, Akira zu holen. Sie kam aus richtig schlechter Haltung. Meine Fresse, ihr Fell war teilweise so verwuchert, unter dem Fell Verletzungen am ganzen Körper. Am schlimmsten war aber ihr Kopf betroffen – entzündete Verletzungen bis zu zwei Euro-Stück groß. Wirklich krass. Und wie sie allein gerochen hat – das konnte man an der frischen Luft riechen. Wirklich hart.

Erstmal wollte ich die Leute wegschicken, ich war echt entsetzt. Aber dann holte ich erstmal die anderen Hunde. Es gab keinen Ärger – bis heute nicht. Bei den Hunden passte es sehr gut. Ich entschied mich also, sie doch zu behalten. Ging mit ihr monate- und nächtelang duschen – wobei sie schrie, als würde sie sterben, und kämpfte wie ein Alligator. Hammer. Die anderen Hunde schauten immer ganz komisch, wenn wir aus dem Bad kamen – so von wegen: "Warum quälst du die arme Akira da drin?" Mittlerweile geht sie freiwillig mit ins Bad.

Dann habe ich noch den kleinen Monte Christo geholt – super süß, sehr gehorsam, kleiner Scheißer. Achso, Fidel Castro hatten wir irgendwann dazwischen vermittelt.

Jetzt haben wir vier Hunde und vier Katzen – eine gesunde Größe. Wichtig ist für mich halt die Harmonie. Aber es läuft alles. Irgendwie habe ich es hinbekommen, dass alle richtig gut sozialisiert sind. Die Katzen sind auch echt sehr lieb. Man kann sie sogar alle hochnehmen, umdrehen und sich aufs Gesicht legen. Hört sich komisch an, ist aber wohl nicht so oft bei Katzen so – dass sie sich alles gefallen lassen. Zu den hören die Katzen echt gut, wenn man sie ruft oder wenn es Essen gibt. Richtig cool. Bin da echt stolz drauf.

Manchmal nehme ich auch eine Katze mit, manchmal zwei, aber eher selten. Dann laufen die Hunde und passen auf, und die Katzen kriechen neugierig durchs Gras. Ab und zu schauen Dora und Akira, was die Katzen machen. Der Kleine weiß noch nicht so genau, was er machen soll. Die Katzen laufen ein wenig, und ich schmeiß sie wieder in die Kiste, und dann geht's heim.

Das soll es gewesen sein.

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